mindset: Philosophie und Konzept - Teil I
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Wasserkocher
Ich werde oft gefragt, wie es zum Projekt mindset kam und warum unser Automobil so aussieht.
Hinter mindset steht keine Marktforschung, sondern die ganz einfache Feststellung, dass heutige Automobile kaum Freude bereiten. Gerade die Menschen, die Autos lieben – wie ich auch – hinterfragen heutige Automobile immer mehr in ihrer Sinnhaftigkeit. Autos sind groß, kompliziert und teuer geworden, doch der Lebensraum wurde immer kleiner. Sie sind mit technischen Gadgets überfüllt, die man eigentlich nicht bräuchte.
Denkt man nur an die Einparkhilfe, die nur dazu da ist, weil man keine richtige Außensicht mehr hat. War das früher nicht besser? Autos bieten Leistungen im Überfluss, die man nicht mehr wirklich fühlen und genießen kann. Diesem Wachstumstrend sind das ursprüngliche Empfinden der Unmittelbarkeit, das Kribbeln im Bauch zu Opfer gefallen. Ein wenig sind wir Automobildesigner dafür verantwortlich, weil in den straffen Entwicklungsplänen der großen Industrie oft viel zu wenig Zeit bleibt, um über das Automobil und dessen Zukunft in Ruhe zu reflektieren.
Und es war Sommer
Mit mindset ist zum Glück genau das Gegenteil passiert: In der "Küche" eines schönen Bootshauses am Vierwaldstätter See haben wir uns endlich diese Zeit genommen. Angefangen mit einem leeren Entwicklungsblatt, wurde in wenigen Wochen und vielen Gesprächen das Automobilkonzept von mindset geboren. Es war der Sommer 2007, gutes Wetter machte gute Stimmung und das spiegelnde Seewasser war sehr inspirierend. Das war überaus wichtig, denn in mindsets Küche gibts kein Wundergerät, es wird einfach mit Wasser gekocht.
Die Zukunft ist gestern
Man spricht vom Elektroauto als Automobil der Zukunft. Doch zu einem Zukunftsautomobil gehört nicht nur eine nachhaltige Antriebstechnologie, sondern auch ein sinnvolles Designkonzept.
Vor allem finde ich wichtig, dass man ein Produkt entwickelt, das Menschen emotional anspricht und worüber sie sich freuen. Denn wenn wir unsere Mobilitäts-Gewohnheiten verändern müssen, heißt das längt noch nicht, dass jemand sich bestraft fühlen möchte. Hier liegt, glaube ich, das größte Problem vieler Experimente im Bereich Elektromobil. Sie waren entweder hässliche Krüppel oder extreme Zukunftsvisionen, die mit dem Lebensstil vieler Menschen nicht vereinbar sind.
Emotionale Kraft der 70er
Wenn ich mir dagegen Sportwagen der 60er und 70er Jahre anschaue, bewundere ich deren emotionalen Kraft: Die leichte Silhouette, die Stringenz der Formen, die Besonderheit vieler Designlösungen. In einem Wort, deren Stil. Doch vor allem waren diese Autos effizient, und so konzipiert, um ein Maximum an Leistung mit einem Minimum an Ressourcen zu erreichen. Genau das, was man heute braucht, um die Qualität eines Elektroantriebs (hierüber reden wir später, denn es wird ein Kapitel für sich sein) zur Geltung zu bringen.
Unsere Idee war, die Effizienz eines Rennwagens mit einem zeitgemäßen Komfort- und Raumgefühl zu vereinen. Der gestalterische Kodex des klassischen Sportwagens der 60er Jahre (lange Haube, Panorama-Gläser, fließendes Heck), eine sehr positiv geprägte Form, war unser Leitfaden, doch die Aktualität und das Zukunftspotential des Konzeptes sollten auch nicht verkannt werden.
Wir wollten kein Retromobil machen, sondern das Automobil in seiner Essenz formen, so wie man es schätzt und liebt.




Design schön und gut (...), doch wie steht's mit der Zuverlässigkeit, der Sicherheit, dem Fussgängerschutz. Werden wir auf ESP, ABS, Airbags verzichten müssen?? Vieles Aspekte, die man erst Mitte 1970er Jahre zu diskutieren/beachten begann. Radio, Klima, Sitzheizung, Aschebecher könnte man getrost auslassen, aber wird der Mindset ein Wagen ohne jeden Komfort? Können wir auf Hydropneumatik hoffen (wenn wir schon bei der Avantgarde sind)? Werden Maschinenraum und Cockpit wieder so angenehm übersichtlich wie bspw. beim Golf 1 (damit man auch mal selber was dran basteln könnte)? Wäre wünschenswert...
Wie gesagt, Design 1A
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Verfasst von Gast (nicht überprüft) am 26. Juni 2008 - 17:18.Einfachheit und Klarheit sind die Essenz für das Kultpotenzial der 60er-Jahre Autos. Diese haben ihr Ziel erreicht, indem sie die Opulenz und phallische Symbolik der Cruiser der 50er spalteten (Jean Baudrillard) und so überwanden.
Weg von den Gadgets hin zur Essenz, in der sich das Maskuline wandelt hin zu einer eher feminin und funktionalen Mobilität. So sprechen Sie die steinzeitlichen Instinkte vieler gerade deutscher Autofahrer hoffentlich an, so dass diese sich gern zu einem Paradigmenwandel verführen lassen.
Das liebliche Luzern ist hier offenbar eine gute Inspiration für derart automobile Einsichten, die ja eine weitere, sehr ambitionierte Autoschmiede Tür an Tür zu Mindset verfolgt.
Noch ein Wort zur Beziehung zwischen Design und seiner Beziehung zu den konstruktiven Prinzipien: Eine weitere Parallele zu den 60ern neben dem Design der klaren Formen und Funktionen gibt es im Leichtbau wie bei Lotus für die Rennen optimiert. Diese können noch heute bei der Konstruktion von Rahmen und Außenhaut wichtige Impulse geben. Gerade im letzten Jahr konnte ich mich in der Garage eines bekennden Autonarren anhand eines originalen F1-Modells und eines restaurierten Elan 2 davon überzeugen. Nur was damals Tempo machen sollte und auch machte, dient heute der Eco-Effektivität und Effizienz unter der Außenhaut der prickelnden Erwartung auf das Neue, Bessere.
Da ich selbst auch in ein ähnliches Projekt mich habe involvieren lassen, hoffe ich inständig auf die Rückkehr kultiger kleinerer und mittergroßer Marken und Hersteller für eine neue automobile Ära nachhaltiger Mobilität! Endlich wieder Wettbewerb der auch dank neuer Paradigmen und Entlastungen in der Produktion "entschrempelter" und wieder sportlicher werden kann. - Hoffentlich!
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Verfasst von Rüdiger Kutz (nicht überprüft) am 19. Juni 2008 - 16:40.Sehr mutig und innovativ obwohl es zu beginn recht teuer sein wird die Zukunft.
Kolay Gelsin
M. Aydin
NOT: Der Topic auf motor-talk.de zum Mindset Thema:
http://www.motor-talk.de/forum/autos-zu-gross-zu-schwer-zu-teuer-t161285...
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Verfasst von terkip (nicht überprüft) am 18. Juni 2008 - 11:05.Lieber Herr Günak, als ehemaliger Kollege möchte ich gegenüber Ihnen und Ihrem Projekt höchsten Respekt entgegenbringen! Es sind die Neuansätze, die die Evolution des Automobils beeinflussen und weiterbringen. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team viel Erfolg! Dr.M.Franck
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Verfasst von Gast (nicht überprüft) am 18. Juni 2008 - 9:58.Kommentar hinzufügen